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Über die virtuelle Ausstellung
Anna Boschek (1874 – 1957) war Zeit ihres Lebens Pionierin und Vorkämpferin für arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen sowie einer allgemeinen Verbesserung der Lebensumstände, insbesondere für Berufsgruppen wie Arbeiterinnen, Lehrlinge, Jugendliche und Kinder, die zu dieser Zeit keinerlei Schutz hatten.
Als 1. Gewerkschafterin, Wiener Gemeinderätin und ab 1919 sozialdemokratische Abgeordnete des Nationalrats war sie maßgeblich beteiligt an der Sozialgesetzgebung der 1. Republik und der Zwischenkriegszeit. Sowohl ihre Fürsorgeaktionen, ihr internationales Engagement als auch die intensive Zusammenarbeit mit Käthe Leichter und Wilhelmine Moik in der Arbeiterkammer Wien als Leiterin der Freien Gewerkschaften machte sie zum Vorbild und Pionierin für viele Weggefährtinnen sowie nachkommende Generationen.
Anna Boschek war Unterstützerin und Vorstandsmitglied zahlreicher gewerkschaftlicher Fachvereine wie beispielsweise der Näherinnen, Heimarbeiterinnen, Blumen- und Federschmückerinnen, Tabakarbeiterinnen, Krankenpflegerinnen und Heimgehilfinnen, Mitbegründerin des Frauenagitationskomitees, Organisatorin und Mitwirkende bei internationalen Frauenorganisationen, Streiks und Arbeitskonferenzen. Darüber hinaus publizierte sie regelmäßig in der Arbeiterinnenzeitung, in Fachzeitschriften und gab ihre Erfahrungen und Erinnerungen in einer Vielzahl von persönlichen Berichten und Texten weiter.
Anna Boschek zog sich nach Kriegsende 1945 aus gesundheitlichen Gründen zurück, nahm dennoch bis zu ihrem Tod 1957 an unzähligen Kongressen, Komitees und Konferenzen teil und hielt unermüdlich Referate und Vorträge.
Bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt auf dem internationalen Kongreß in Wien richtete sie nochmal einen Appell an die jüngere Generation:
„Haltet fest war wir errungen haben…“.
Das Anliegen unserer Arbeit war es einerseits auf Spurensuche zu gehen, inwieweit Anna Boschek und die Errungenschaften der Vorkämpferinnen heute noch präsent sind und an ihre großartige Arbeit zu erinnern und andererseits die Frage zu stellen, ob wir unser feudales Denken in Klassen und Kategorien überwunden haben und welche Aktualität die Arbeit von Anna Boschek heute noch hat oder wieder hat.